Kleingärten, Arche Noah für Berlin

 

Dieses pelzige Flugobjekt ist eine Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), die gerade blühende Apfelbäume in der Schmargendorfer Kleingartenkolonie Oeynhausen besucht: Eine Wildbienen-Art, die bislang in Berlin nur vereinzelt beobachtet wurde.


Sie zeigt erneut, wie viel artenreicher gerade die Kleingärten in der Hauptstadt im Vergleich mit den meist sterilen, seelenlosen, pflegeleichten öffentlichen Park- und Grünanlagen sind.


Die Kleingärten, die keinen einzigen Steuer-Euro für Pflege und Unterhaltung verschlingen, sind nicht nur klimatisch unverzichtbar, sie sind auch Rückzugsgebiet für streng geschützte Tiere wie beispielsweise Blindschleiche, Ringelnatter oder Zauneidechse und eben auch Wildbienen. In der Kolonie Oeynhausen wurde vor einiger Zeit auf einer Klatschmohnblüte auch die größte heimische Bienenart gesichtet (3. Foto), eine Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea), die bis vor kurzem in Berlin noch als ausgestorben galt.
Wann endlich begreift Berlins Politik, dass unsere Kleingärten viel mehr sind als nur billiges Bauland?

 

Holger Jost

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